Sicherheit

Die Einsamkeit des Minenräumers

Die Einsamkeit des Minenräumers: Sein Teamkollege ist immer in 25 Metern Entfernung und beobachtet ihn genau.

Wahl der Einsatzorte

Nur wenn jederzeit eine Evakuierungsmöglichkeit - mit Ambulanz oder Hubschrauber - von eventuellen Unfallopfern in das nächste Krankenhaus sichergestellt ist, dürfen nach den strengen MgM-Sicherheitsregeln Minen geräumt werden.

Sicherheitsregeln und -bestimmungen

Unsere umfangreichen Sicherheitsbestimmungen - die sog. Safety Operational Procedures, SOPs - sind strikt, schriftlich fixiert und international anerkannt. Sie garantieren ein höchstmögliches Maß an Sicherheit für unsere Minenräumer und die Bevölkerung der von uns geräumten Gebiete.

Einige Beispiele aus diesen Bestimmungen:

  • Immer zwei Minenräumer arbeiten bei MgM im Team. Während der eine im verdächtigen Gelände mit dem Detektor Stück für Stück den Boden untersucht, beobachtet der zweite Mann ihn aus einem Sicherheitsabstand von wenigstens 25 Metern und achtet darauf, dass sich der andere in jeder Phase strikt nach den Vorschriften verhält. Er schreitet sofort ein, wenn es zu Abweichungen kommt. Alle 30 Minuten wechseln sich die beiden ab.
  • In einer festgelegten Mindestentfernung steht ein komplett ausgerüsteter Ambulanzwagen mit einer für Notfallmedizin ausgebildeten Besatzung. Es besteht immer Funkverbindung zu den Operationen in der vorderen Linie.
  • Minenräumaktionen finden nur statt, wenn gewährleistet werden kann, daß im Falle eines Unfalles eine Evakuierung des/der Opfer in das nächstgelegene Krankenhaus sicher möglich ist. Wenn die Verkehrs- oder Straßenverhältnisse das nicht zulassen und auch keine Hubschrauberkapazität abrufbar ist, wird die Operation gemäss den Sicherheitsbestimmungen gestoppt.

Auch in der Wahl der Einsatzorte halten wir uns strikt an selbst auferlegte Vorgaben. So wird z.B. kein Minenräumeinsatz in umkämpftem Gebiet stattfinden, weil dies eine akute Gefährdung unseres Personals bedeuten würde.

Bis heute ist es nur ein einziges Mal zu einem Unfall gekommen. Im Oktober 2008 zeigte einer unserer Minenräumer einem anderen Mitarbeiter nach Feierabend und deshalb ohne Schutzkleidung und -ausrüstung, wo er eine Mine vermutete die er dann am nächsten Tag bergen wollte. Dabei explodierte die Mine und verletzte Beide im Gesicht und Augen.

Modernste Schutzkleidung aus Kevlar

Modernste Schutzkleidung aus Kevlar und Kohlenstoff kann die Verletzungsrisken durch eine Antipersonenminenexplosion minimieren .

Das Spezialwerkzeug eines Minenräumers.

Das Spezialwerkzeug eines Minenräumers.

Die Schutzkleidung

Der Minenräumer trägt eine spezielle Schutzkleidung, neben Knie und Wadenschonern besteht sie hauptsächlich aus einem Körperschutz aus Kevlargewebe. Er kann tatsächlich die Fragmente einer explodierenden Antipersonenmine aufhalten. Am Hals ist eine zusätzliche Schürze, die verhindert, dass Fragmente der Mine unter das Visier gelangen können. In den Körperschutz eingearbeitet ist eine Tasche für die gefundenen Metallfragmente und eine Halterung für die Minensuchnadel. Das hochfeste Visier besteht aus Kohlefaser.

Die Werkzeuge

Was aus Entfernung aussieht wie einfaches Gartenwerkzeug, ist alles auf die Besonderheiten des Minenräumens abgestimmt. Die Werkzeuge bestehen im Wesentlichen aus Kevlar und Spezialstahl, der im Falle einer Explosion nicht bricht und gefährlich splittert, sondern sich nur verformt.

Die Kommunikation

Für die Sicherheit der Operationen hohen Stellenwert hat die Kommunikation. Funkgeräte und Satellitentelefone sind immer in greifbarer Nähe und mit Mitarbeitern besetzt, die im Falle eines Falles genau wissen, wen sie wie benachrichtigen müssen.

Dschungelstraße

Hinter jeder Kurve einer unübersichtlichen Dschungelstraße können Gefahren lauern, die sich mit europäischen Verhältnissen nicht vergleichen lassen. Alle MgM Operationen in den risikoreichen Nachkriegsszenarien Afrikas werden deshalb immer strikt unter Berücksichtigung der Sicherheit für die Mitarbeiter und die Bevölkerung geplant und durchgeführt.

Training und Absicherung

Eine profunde Ausbildung, die sich an hohen professionellen Standards orientiert, ist die Basis aller MgM-Beschäftigungsverhältnisse. Kontinuierliche Fortbildungsmaßnahmen halten uns selbst und unsere Mitarbeiter immer auf aktuellem Stand. Ist das schon für "normale" Berufe selbstverständlich, ist es für die Beschäftigung innerhalb von Minenräumprogrammen in Nachkriegsszenarien unabdingbar.

Alle unsere Mitarbeiter, ob Fahrer, Koch oder Minenräumer, haben mehr als nur Grundkenntnisse im Umgang mit der lebenswichtigen Kommunikationstechnik. (HF, Satphones, GPS usw.)

Viele verfügen über fortgeschrittene Computerkenntnisse, die für das Berichtswesen und die email- und Internetkommunikation unabdingbar sind.

Alle MgM-Mitarbeiter sind kranken- und sozialversichert. Eher die Ausnahme bei international operierenden Minenräumorganisationen, für uns selbstverständlicher Ausdruck der Wertschätzung für die Männer, die tagtäglich in den minenverseuchten Gebieten ihr Leben einsetzen. Im Falle eines Unfalles sind sie und ihre Angehörigen - soweit möglich - abgesichert.

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Spendenaufruf

Funding

Es gibt gerade wieder eine unmittelbare Notwendigkeit für ihre private Finanzierung, die uns helfen kann,  ein Notfall-Projekt in der Provinz Malanje in Angola voranzutreiben. Es geht um die Entminung eines großen Erdwalls, der durch eine angolanische Bau-Firma aufgeschüttet wurde und eine große Bedrohung für die lokale Bevölkerung darstellt. MgM hat die Ausrüstung, Ressourcen und Expertise, um dieses Projekt zu einem Erfolg zu machen, jedoch benötigen wir dringend Spenden, um das Notfall-Projekt zu starten.

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Interview mit dem angolanischen Nationalen Manager Haller Da Silva über seine Arbeit bei Menschen gegen Minen: Interview mit Haller

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