SCHULWEGE OHNE MINEN
 
 
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AKTIONS-TEILNEHMER 
Hier stellen wir in lockerer Reihenfolge Schulen/Klassen oder AGs vor, die sich an der Aktion "Schüler helfen Schülern in Afrika" beteiligen:


• Freie Waldorfschule Würzburg
• Irmgardis Gymnasium Köln
• Thomaeum Kempen
• Whitehaven School, Cumbria, UK
• The American School in Japan, Tokyo
 
Ein vertrauter und sicherer Weg: der Schulweg dieser Würzburger Schüler.

Schulwege ohne Minen: In diesem Jahr der meistbesuchte Kurs während der Oberstufentage.

Der Schulweg dieser beiden angolanischen Jungen in der Provinz Kunene führt durch ein Minenfeld.

Die Geschichte Afrikas ist die Geschichte jahrhundertelanger Unterdrückung und kolonialer Ausbeutung. Die Spätfolgen beeinflussen das Leben auf dem Kontinent bis heute. An der Zukunft der heutigen Generation wird von der internationalen Gemeinschaft aber mit viel Optimismus gearbeitet. Wenn die Probleme von Menschen gemacht sind, können und müssen sie auch von Menschen gelöst werden.

Gar nicht so unkompliziert: Souverän erklärt Michael seinen Mitschülern an diesem Versuchsaufbau das Funktionsprinzip jenes Metalldetektors, den der MgM-Minenräumer auf dem Bild im Hintergrund benutzt.

Praktische Übung in der Weitsprunggrube: der Metalldetektor jault den halben Tag lang. Eliane findet schnell raus, volle Konzentration und systematisches Vorgehen sind hier gefragt! Ihr Vorbild ist Deutschlands einzige Minenräumerin Vera Bohle. Die sympatische Frau hat einiges dazu beigetragen, dass sich Jugendliche in Deutschland für humanitäres Minenräumen interessieren.

Vorsichtig gräbt Jonas ein ziemlich verdächtiges Objekt frei. Natürlich ist in diesem Minendummy kein Sprengstoff. Trotzdem finden es alle Schüler jetzt irgendwie spannend. Wie im wirklichen Minenräumerleben finden die Kursteilnehmer in der Sandgrube meistens Metallschrott. Immer wieder heißt es: falscher Alarm!

Am letzten Tag abends in der vollen Aula der Schule: Die Schüler präsentieren ihren Eltern, Lehrern und den Mitschülern die globale Minenproblematik und die Fortschritte bei der Lösung.

Die Sprache, die auf der ganzen Welt von den Kids verstanden wird: Musik! Auf der gr0ßen Abschlußparty rockt die Schulband vor vollem Haus.

EINE WELT - ODER WAS?

Gleich eine ganze Kursreihe zur weltweiten Minenproblematik und den Fortschritten auf dem Weg zur Lösung hatten die Oberstufentage der Waldorfschule in Würzburg auf dem Programm.

Die Schüler der Freien Waldorfschule in Würzburg organisieren jedes Jahr die OBST-Tage. Das hat nichts mit Äpfeln und Birnen zu tun sondern ist die Abkürzung von "Oberstufentage". Interessante Themen werden diskutiert und ausgewählt, ein abwechlungsreiches Kursprogramm mit theoretischen und praktischen Anteilen wird zusammengestellt. Jeder der Oberstufenschüler belegt dann zwei Kurse seiner Wahl. Am Ende der Woche werden die Themen und Ergebnisse der Kurse in einer Abschlußveranstaltung den Eltern, Lehrern und Schülern präsentiert.
Das Motto der diesjährigen Kurs-und Veranstaltungsreihe war: EINE WELT. Aus dem Kursangebot ließ sich der Schwerpunkt Afrika erkennen: es gab u.a.einen Malkurs mit dem Titel: Geheimnisvolles Afrika, ein Trommel- und Percussionsworkshop, in dem auch afrikanische Grooves eine über das ganze Schulgelände hörbare Rolle spielten.

Interessanter Stoff

Die mit großem Abstand am meisten von den Schülern besuchte Kursreihe war die zum Thema SCHULWEGE OHNE MINEN. Hier wurden die weltweite Landminenproblematik und die humanitären Minenräumprojekte von MgM in den ehemaligen Bürgerkriegsländern Afrikas in Vorträgen, Bilderserien und Filmen vorgestellt. Politische, soziale und ökonomische Zusammenhänge wurden dabei deutlich und greifbar.
Die Geschichte Afrikas war fast 500 Jahre lang von Sklaverei, kolonialer Unterdrückung und Ausbeutung geprägt. Wie aus Befreiungskriegen gegen die Kolonialherrschaft in den 70er und 80er Jahren erst Bürgerkriege, dann schnell Stellvertreterkriege der Weltmächte wurden, alles das war neu für die Schüler und führte zu lebhaften Diskussionen.

Eine Welt, aber unterschiedliche Lebenswelten

Ein Bildbericht aus der Gegenwart über den Schulweg der Kinder von Chiede in Angola machte die Probleme eines Landes am Ende eines fast 30-jährigen Bürgerkriegs deutlich: Bevor nicht alle Minen und gefährlichen Kampfmittel geräumt und unschädlich gemacht werden, kann es keine friedliche Zukunft für die Jugend Afrikas geben.

Auch der Zusammenhang von Bildung und Minenräumung wurde am persönlichen Schicksal von Jugendlichen in Angola für die Würzburger Schüler jetzt nachvollziehbar. Der Reisebericht vom Besuch einer Schule im minenverseuchten Ex-Rebellengebiet zeigte eindringlich, wie dringend die Jugendlichen in Afrika unsere Unterstützung benötigen.

Was alle verbindet

Eins wurde genauso offensichtlich: es gibt viele Gemeinsamkeiten, wenn man die Lebenswelten und Wünsche der Jugendlichen in Afrika und in Europa vergleicht. Musik ist DIE universale Sprache. Auf der ganzen Welt hören die Kids die gleichen Hits, egal ob Rock, Reggae oder HipHop.
Sport – besonders Fußball - hat auch im abgelegenen Hinterland Angolas einen hohen Stellenwert, alle Jungen kennen Ronaldo. Auch wenn es oft nur eine einzige Glotze im Dorf gibt, das Fernsehen überträgt die großen internationalen Ereignisse. Und schmalzige brasilianische Soap Operas sind sehr beliebt, wie bei uns vor allem bei den Mädchen.

Der große Unterschied zum Schüleralltag in Europa: Der Schulweg der Schüler von Chiede führte fast drei Jahre lang durch ein Minenfeld. Bis ein MgM-Minenräumteam die Straßen und Wege rund um die Stadt geräumt und die tödlichen Minen vernichtet hat.

Wie funktioniert das eigentlich?

Die Schüler in Würzburg zeigten starkes Interesse an den technischen Aspekten der riskanten Minenräumarbeit. Dass trotz aller Forschungsanstrengungen der Metalldetektor bis heute – neben den Sprengstoffspürhunden – das am weitesten verbreitete Werkzeug zum Auffinden von Minen ist, fanden die Schüler mit Recht erstaunlich.
In den Medien wird immer wieder von erfolgversprechenden Forschungsprojekten berichtet. Danach sollen in Zukunft Bienen, Ratten, ja fluoriszierende Bakterien oder sogar genveränderte Pflanzen auf die Suche nach den gefährlichen "Hidden Killers" gehen! Allerdings stellt sich dann bei genauerem Nachfragen heraus: Zukunftsmusik. Keine dieser Lösungsansätze hat es bis heute in die alltägliche Praxis der humanitären Minenräumer geschafft. Noch viele Jahre Forschung werden wohl nötig sein, um eine bessere Detektionstechnologie zu entwickeln, viele gute Ideen sind gefragt.

Wie so ein Metalldetektor im Prinzip funktioniert, dazu wurde ein Versuchsaufbau aus dem Physik-Baukasten der Schule aufgebaut. Ein offensichtlich spezialbegabter Schüler – die Physikleuchte der Klasse und potentieller zukünftiger Nobelpreisträger – konnte die Komponenten und die Funktion glasklar erklären und vorführen.

Die Schüler diskutierten danach lebhaft Vorschläge zur Verbesserung der Minenräumtechnik. Einer dieser Vorschläge wurde inzwischen an den MgM-Technik-Direktor nach Afrika weitergeleitet.

Minenräumer für einen Nachmittag

Dann wurden Minen geräumt. Dazu war die Sandgrube auf dem Schulsportplatz vermint und abgesperrt worden. (Natürlich nicht mit echten Minen, nur Dummies, ist doch klar!) Aber der Detektor, die Schutzkleidung und die Warnschilder – alles war original MgM-Minenräumerausrüstung. Was ebenso realistisch war, war der hohe Anteil an Metallschrott, der dann auch für jede Menge falsche Alarme sorgte. Neben Minen(-Dummies) orteten die Schüler Katzenfutterdosen, Matchbox-Autos, Schrauben und Federn. Und beim Sportunterricht verlorene Münzen!

Suche nach Plan

Es wurde schnell klar, dass man bei der Minensuche sehr systematisch vorgehen muss, um keine Mine zu übersehen. Und dass jedes Metall-Teil mit der gleichen Sorgfalt ausgegraben werden muss, als sei es eine Mine. Man kann nie wissen…Einige Schülerinnen hatten schon von Vera Bohle gehört, Deutschlands einzige Minenräumerin. Jetzt verstanden diejenigen Schüler, die die mutige und engagierte junge Frau im Fernsehen erlebt hatten, was sie mit der Kraft der Konzentration, dem "Wegblenden aller anderen Einflüsse" bei der Arbeit mit dem Metalldetektor und der Minensuchnadel meinte…

Verdienter Applaus

Im letzten Kurs wurde schließlich das große MgM-Minensuch-Spiel ausgerollt. Noch einmal wurden die sozio-ökonomischen Zusammenhänge der humanitären Minenräumung greifbar. Krankenhäuser, Wasserstellen und Schulen werden nach der Minenräumung wieder verreichbar, das Leben kehrt zurück in die verlassenen Todeszonen eines Nachkriegs-Szenarios. Dazu spielte im Klassenzimmer afrikanische Musik…
Dann wurde entschieden, wie bei der Präsentation am Abend vor den Eltern, Lehrern und Schülern die Arbeit der Gruppe dargestellt werden kann: die wichtigsten Fakten, Zahlen zur Minenproblematik und aber auch die Lösungswege. Kurz und knackig. Jeder Kursteilnehmer formulierte eine Kernaussage. Dazu große Fotos aus MgM-Minenräumoperationen, das Minensuch-Spiel, ein Schüler mit Detektor und im Mineräumer-Outfit.
Die "Schulwege-ohne-Minen"-Schülergruppe bekam am Abend vor der voll besetzten großen Aula viel Applaus. Die bei dieser Veranstaltung zustandegekommenen Spenden werden jetzt in Afrika zum Räumen von Straßen und Schulwegen eingesetzt.
Danach wurde noch die halbe Nacht mit Live-Musik gefeiert. Eine Welt…Party machen gehört immer und überall dazu! 

Freie Waldorfschule Würzburg
Oberer Neubergweg 14 | D-97074 Würzburg
Tel.: 0931 7 96 55-0 | Fax: 0931 7 96 55-40
www.waldorfschule-wuerzburg.de

 

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