EDITORIAL

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MgM und der Tod eines Rebellenführers

Während des langjährigen humanitären Engagements von MgM kam es wegen des schwelenden Bürgerkriegs und den Scharmützeln an den laufend sich verändernden Frontlinien zwischen den Regierungstruppen und den Unita-Rebellen - deren uneingeschränkter Führer Jonas Savimbi war - immer wieder zu erheblichen Beeinträchtigungen der Minenräumoperationen.

Mehrere Male geriet die MgM-Crew in durchaus lebensgefährliche Situationen zwischen den Fronten. Grundsätzlich verbieten die Sicherheitsbestimmungen von MgM Einsätze in umkämpften Regionen. Wegen der sich oft rasch verändernden militärischen Lage in dem wechselhaften Bürgerkriegsszenario konnten solche Gefahrensituationen aber nicht völlig ausgeschlossen werden. Manches Mal mussten die humanitären Mineräumoperationen vorübergehend abgebrochen werden, einige Male rettete nur die sofortige Flucht...

Hier zeigte sich dann einmal mehr und wohl am eindringlichsten, wie ungemein wichtig der sorgfältig unterhaltene Fuhrpark, die Flotte von geländegängigen Transport- und Spezialfahrzeugen und die moderne satellitengestützte Kommunikationstechnologie der Organisation für das Überleben der Mitarbeiter war und ist.

Mit dem Tod des Rebellenführers Jonas Savimbi, der sich seit Jahren einer friedlichen Lösung des Konfliktes widersetzt hatte, keimt nun berechtigte Hoffnung in Angola, Afrika, ja der ganzen Welt auf, dass einer der ältesten Bürgerkriege der Welt (fast 30 Jahre!) beendet werden kann. Millionen von Angolanern, fast ein Drittel der Bevölkerung befindet sich auf der Flucht im eigenen Land, vegetiert in Lagern und ist dringend von internationaler Hilfe abhängig.

Ein Ende der Kriegshandlungen würde bedeuten, dass MgM nun ohne Behinderungen durch marodierende Rebellentrupps die wichtigen Verkehrswege des riesigen Landes von tödlichen Minen und Kampfmitteln räumen kann, dass hunderttausende Flüchtlinge über diese dann endlich wieder minenfreien Strassen zurück in ihre Heimatregionen können. Erst wenn diese Strassen von MgM geräumt und offiziell für minenfrei erklärt werden, können im Anschluss die anderen internationalen Hilfsorganisationen, die UN, das Rote Kreuz u.a. den infrastrukturellen Wiederaufbau des vom Krieg zermahlenen Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesens in die Wege leiten. Das Leid der geschundenen Bevölkerung in einem der am meisten minengefährdeten Länder der Welt, könnte bei entsprechender internationaler Unterstützung in absehbarer Zeit ein Ende haben.

Die Angolaner haben es MgM immer hoch angerechnet, dass die Organisation als eine der wenigen Hilfsorganisationen - manches Mal als einzige - der bedrohten Bevölkerung beistand, sogar als die Lage sich so zuspitzte, dass sogar die großen UN-Hilfsorganisationen und viele andere das Land verließen, weil die Sicherheit der Mitarbeiter nicht mehr gewährleistet werden konnte.

MgM, die Stiftung Menschen gegen Minen e.V., setzt sich schon seit 1996 für das Wohl der angolanischen Zivilbevölkerung ein. Durch ihre lebensrettende und nie risikofreie humanitäre Arbeit könnte nun nach einem absehbaren Ende des Krieges beträchtlich mehr für eins der schönsten Länder Afrikas auf dem Weg zum Frieden getan werden. Das bedeutet aber: jetzt geht die Arbeit erst richtig los.

Eines ist sicher: Der Horror des gnadenlosen Krieges gegen die Zivilbevölkerung ist nicht mit dem Tod Savimbis zuende, sondern mit dem Auffinden und Unschädlichmachen der letzten Mine...

Dazu braucht MgM mehr Unterstützung denn je.

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