ANGOLA

Vom Auswärtigen Amt in Berlin werden die humanitären Hilfsprogramme der Bundesregierung gesteuert.

Der Hausherr wünscht MgM weiter viel Erfolg bei der humanitären Arbeit in den Minenfeldern Afrikas.
Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik informiert:

Humanitäre Hilfe für Angola
Stand: Oktober 2004

Humanitärer Kontext
Nach dem Tod des UNITA-Führers Jonas Savimbi einigten sich die angolanische Regierung und UNITA am 04. April auf einen Waffenstillstand und auf die Entwaffnung und Reintegration der UNITA-Verbände. Ein offizielles Friedensabkommen wurde am 21.11.2002 unterzeichnet. Der mit Unterbrechungen seit rund 40 Jahren andauernde Krieg in Angola ist damit beendet.

In einzelnen Gebiete im Landesinnern, die besonders während der Regenzeit von Dezember bis März schwer erreichbar sind, bleibt die humanitäre Lage (teilweise sehr) kritisch. In vielen Teilen des Landesinneren sind Wasserversorgung, Gesundheitszentren, Straßen und Verwaltungsstrukturen beschädigt oder zerstört. Vorhandene Gesundheitszentren verfügen nicht über qualifiziertes Personal, und medizinisches Gerät, soweit vorhanden, ist es veraltet oder funktionsuntüchtig. Nach Zahlen des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen waren im April 2004 noch etwa eine Million Angolaner von Nahrungsmittelknappheit betroffen.

Rund 430.000 Angolaner waren in den Jahren des Krieges in die Nachbarländer geflüchtet. Der UNHCR (der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) organisiert seit Juni 2003 die systematische Repatriierung von angolanischen Flüchtlingen aus Zambia, der Demokratischen Republik Kongo und Namibia. Bis 22. September 2004 kamen - laut UNHCR- von dort insgesamt 250.224 Angolaner zurück; 109,000 davon kamen selbständig, weitere 74.367 Flüchtlinge erhielten Unterstützung durch UNHCR und ca. 67.000 (2003: ca. 43.000 und 2004: ca. 24.000) kamen durch das "UNHCR Repatriierungsprogramm". Laut UNHCR warten 190.776 angolanische Flüchtlinge noch in Nachbarländern der Region auf ihre Repatriierung.

Von den ursprünglich über vier Millionen Binnenvertriebenen ist der Großteil, etwa 3,9 Millionen Menschen inzwischen in ihre Heimatgebiete zurückgekehrt, vor allem im zentralen Hochland. Ihre humanitäre Lage hat sich stabilisiert. Rund 340.000 Binnenvertriebene sind noch nicht in die alte Heimat zurückgekehrt.. Regierung und Vereinte Nationen gehen davon aus, dass ein Großteil davon an den neuen Wohnorten bleiben will.

Die humanitäre Lage wird zusätzlich durch Anti-Personen-Minen beeinträchtigt, die im Laufe des langjährigen Bürgerkrieges von beiden Konfliktparteien in großer Zahl verlegt wurden. Weite Teile Angolas, insbesondere Straßen und Brücken in den Provinzen Huambo, Moxico, Kuando Kubango, Bie, Cuanza Norte, Bengo und Malanje gelten als stark vermint. Nach wie vor wird der weitaus größte Teil der humanitären Hilfe für Angola von der internationalen Gebergemeinschaft getragen.Trotz bedeutender Einnahmen aus offshore-Ölvorkommen sind finanzielle Eigenanstrengungen der angolanischen Regierung zur Verbesserung der humanitären Lage der eigenen Bevölkerung noch unzureichend, es besteht zudem wenig Transparenz über den Einsatz der Gelder. Eine Verzahnung mit der parallel laufenden internationalen humanitären Hilfe findet selten statt Die Arbeit der internationalen Hilfsorganisationen wird darüberhinaus durch bürokratische Hindernisse, Minen sowie eine weitgehend zerstörte Verkehrsinfrastruktur behindert. Hilfsgüter können weiterhin oft nur auf dem Luftweg zu den Bedürftigen gebracht werden, was die Transportkosten extrem erhöht.

Humanitäre Lage der Bevölkerung
Die Ernährungs- und Gesundheitssituation eines Großteils der angolanischen Bevölkerung im Landesinneren ist katastrophal. Nur ca. 30% der Bevölkerung haben Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten, nur 40% haben Zugang zu reinem Trinkwasser. Viele Tausend Angolaner sterben jährlich an an sich leicht heilbaren Krankheiten wie Malaria, Durchfallerkrankungen oder Entzündungen der Atemwege. Daneben sind Meningitis, TB und Wurmkrankheiten verbreitet. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass ca. 5 – 6% der Angolaner HIV-infiziert sind.. Die Kindersterblichkeit der unter 5-Jährigen ist die zweithöchste in der Welt, nach Angaben von UNICEF stirbt in Angola alle drei Minuten ein Kleinkind. Mangels medizinischer Versorgung ist auch die Sterblichkeitsrate von Frauen während der Geburt extrem hoch. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Angola beträgt nach Angaben der Vereinten Nationen 44,6 Jahre.

Quelle: Auswärtiges Amt Online


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In diesem Kapitel finden Sie weitere Informationen zu folgenden Themen:
• Flüchtlinge im eigenen Land
• Das tödliche Erbe
• Der Wettlauf mit der Regenzeit
• Das Ende der Angst
• Angola Report
• MgM-Operation in Bengo
• MgM-Operation in Cunene
• MgM-Operation in Ambriz